"60 Minuten mit Markus"

Zu Besuch bei Christian Lorenz in Ritterhude

In dieser Woche durfte ich zu Gast bei Herrn Lorenz sein. Im Haus warteten ein leckerer asiatischer Weizentee auf mich, frische Nashi-Birnen aus dem eigenen Garten und entspannte Jazz-Musik lief im Hintergrund.

Herr Lorenz arbeitet als Softwareentwickler in einer namhaften Firma und lebt mit seiner Familie in einem modernen Neubau am Rand von Ritterhude, widmet sich gerne der Gartengestaltung und kultiviert in seiner Freizeit zahlreiche Bonsai-Bäume.

Wir starteten in das Gespräch mit meinen Standpunkten zur allgemeinen (Bundes-)Politik und haben uns gegenseitig vorgestellt.

Ritterhude - sauber & gepflegt

Ein großes Anliegen ist ihm das Verhalten einiger Menschen, die Wände, Parkbänke und Stromkästen mit Graffiti beschmieren, Laternen mit unzähligen Stickern verunstalten oder Ihren Müll in der Natur abladen, angefangen bei Zigarettenkippen auf den Gehwegen, sowie jeglicher Vandalismus. Er erwähnte Eindrücke von öffentlichen Parks in Japans und Rastplätzen, die ausnahmslos wundervoll sauber und gepflegt waren, in denen sich die Menschen respektvoll gegenüber fremden Eigentum und der Natur verhalten und wunderte sich doch sehr, dass dies bei einigen Mitbürgern - auch Ritterhudes - nicht so ausgeprägt ist. "Wenn wir das auch nur ansatzweise hinkriegen könnten, das wäre unglaublich toll", so sein Statement. Seine Frage an mich: Was kann die Gemeinde gegen Verschmutzungen, Vandalismus und illegaleMüllentsorgung tun.

Ich stelle mir als Bürgermeister für Ritterhude eine Initiative vor, z. B. „Ritterhude sauber & gepflegt“, die über das einmalige Reinigen des Dorfes hinausgeht. Dazu gehört für mich ein klares Ziel, Verschmutzungen innerhalb von 72 Stunden nach der Meldung zu beseitigen, der Aufbau eines Graffiti- und Sauberkeitskatasters, ein jährlicher Sauberkeitsbericht, die Prüfung eines Anti-Graffiti-Rahmenvertrages, eine Weiterentwicklung der digitalen Mängelmeldung (inkl. automatischer Verknüpfung von Bilder und Ort) sowie die Verabschiedung des Konzeptes „Putzmunter 365“. 

Das Ziel: Wir wollen nicht länger darüber reden, ob Ritterhude sauberer werden muss. Wir wollen messen, wie schnell es sauber wird. 

Eine ehrenamtliche Unterstützung im Bereich einer entsprechenden Software/App bot Herr Lorenz - bei Bedarf - direkt an.


Ritterhude - leiser, sicherer und attraktiver

Im zweiten großen Themenpunkt haben wir über Raser und Poser gesprochen. Herrn Lorenz ist aufgefallen, dass - z. B. Im Bereich der B74 (insbesondere Richtung Ortsausfahrt von Ritterhude nach Scharmbeckstotel und in der Werschenreger Straße) Raser, Autoposer, unnötiges Beschleunigen, übermäßiger Fahrzeug- und basshaltiger durchdringender Musiklärm sowie Gefährdungen von Fahrradfahrern und Fußgängern stattfinden. Hörbar ist das Ganze im Umkreis von bis zu 1000m. Leider häufig spät Abends - wenn die Straße schön leer ist - und die Anwohner bei vermeintlich offenem Fenster schlafen möchten.

Auch hier habe ich explizite Vorstellungen, wie ich als Bürgermeister dieser Herausforderung Herr werden kann. Und zwar schwebt mir die Initiative „Ritterhude - leiser, sicherer und attraktiver“ vor. Hierbei geht es um die Aufnahme verkehrssicher Problemstellen, die Messung von Lärm und Geschwindigkeiten und Schwerpunktkontrollen gegen Raser und Poser. Im Lärmaktionsplan aus 2024 sind bereits Maßnahmen definiert worden - es fehlt allerdings an deren Umsetzung. Rund 3.900 Menschen in Ritterhude sind von Straßenlärm betroffen. Davon erleiden rund 800 Menschen auch nachts erhebliche Belastungen.

Ich habe hier - gerade im Bereich der B74 - intelligente Ampelschaltungen, Flüsterasphalt, Unterführungen für Fußgänger und Radfahrer sowie den Aufbau von Geschwindigkeitsanzeigetafeln (Smiley-Dialog-Displays) im Auge - unter Beachtung verhältnismäßiger Kosten-Nutzen-Aspekte. Und das weit bevor eine etwaige Ortsumgehung umgesetzt wird.

Ritterhude ist ein attraktiver Wohnstandort. Die gute Verkehrsanbindung ist ein wichtiger Standortvorteil - führt jedoch insbesondere entlang der Hauptverkehrsachsen zu erheblichen Belastungen der Anwohner. Ritterhude soll ein sicherer, lärmfreier und attraktiver Wohnort bleiben. Auch hier spielt das Thema Mindsetveränderung eine zentrale Rolle.

Rücksichtsloses Verkehrsverhalten einzelner darf nicht dauerhaft die Lebensqualität vieler Menschen beeinträchtigen.

Die Brandmauer

Eine letzte wichtige Frage haben wir diskutiert, die sicherlich auch viele Wählerinnen und Wähler interessiert: Wie stelle ich mich zum Thema „Brandmauer“ auf. 

Als Bürgermeister und als Anwohner in Ritterhude steht meine Politik auf dem Boden des Grundgesetzes und demokratischer Werte. Eine Zusammenarbeit mit extremen Kräften - weder links noch rechts - die diese Werte untergraben sind für mich ausgeschlossen! 

Mein Credo ist: Ich mache Politik für die Bürger, nicht gegen Fraktionen. Sollte es Anträge aus extremen Bereichen geben, die destruktiv oder rein ideologisch sind, so ist es aus meiner Sicht die Aufgabe aller Fraktionen, diese mit besseren eigenen Anträgen zu kontern. Mein Fokus als Bürgermeister darf nicht ein ideologischer Streit sein sondern mein Fokus muss auf der Lösung lokaler Probleme liegen.

Ich bin mir sicher, wenn es mir gelingt als Bürgermeister die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen und konkrete Lösungsideen zu präsentieren (z. B. Vereinsförderung, bezahlbarer Wohnraum u. v. m.), wenn ich die Bürger bei Entscheidungen mitnehme und Ihnen nicht das Gefühl gebe, sie werden vor vollendete Tatsachen gestellt, dann wird damit automatisch den Extremisten der Nährboden entzogen. 

Man sollte aus meiner Sicht Protestwähler nicht pauschal verurteilen, sondern das Gespräch suchen. Die Brandmauer gilt für die Zusammenarbeit mit links- oder rechtsextremen Funktionären und deren Ideologien, nicht um den Dialog mit Bürgern der Gemeinde. Wenn jedoch eine vernünftige Idee aus dem vermeintlichen Randbereich kommt, so wird auch diese sachlich und idiologiefrei geprüft. Einer weiteren Spaltung der Gesellschaft in gegensätzliche Lager werde ich mich entgegenstellen.

Meine Erfahrung im Gespräch mit Extremisten ist, dass emotionale Angriffe und demonstratives Ignorieren oft kontraproduktiv sind und eher das Gegenteil bewirken. Ich vertrete die Meinung, dass eine sachliche, faktenbasierte und gelassene Reaktion die beste Antwort ist. 

 

Wir haben noch ein paar weitere Themen wie die Edeka-Ansiedlung am Hüderbeek, die Clan-Kriminalität (und was wir dagegen tun können) und die B74 neu gesprochen. 

Ich möchte mich ganz herzlich bei Herrn Lorenz bedanken für den freundlichen Empfang, die interessanten Fragen und den Rundgang durch seinen wunderschön angelegten Garten und die leckeren, saftigen Nashi-Birnen.

 

Und ein letzter Appell an alle, die dies lesen: Bitte geht am Sonntag, 13.09.2026 zur Wahl, nutzt Euer Recht und wahrt Eure Pflicht und gebt Eure Stimme ab. 

Euer Markus

 

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